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Trauerrede Hilfe Persönliche Worte für den Abschied
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Trauerrede für einen Kollegen: Beispiele für Kollegen, Mitarbeiter und Chef

Eine Trauerrede für einen Kollegen hält man selten freiwillig, und meistens mit wenig Zeit. Hier finden Sie drei vollständige Beispiele: ein Kollege spricht über seinen Kollegen, eine Geschäftsführerin über eine langjährige Mitarbeiterin, und ein Team verabschiedet seinen Chef. Dazu lesen Sie, was in eine solche Rede gehört, wer sie hält und wie Sie den Ton treffen, wenn Sie den Verstorbenen vor allem von der Arbeit kannten.

Beispiel 1: Ein Kollege spricht über seinen Kollegen aus dem Lager

ca. 3 Minuten vom Kollegen gesprochen weltliche Trauerfeier

Liebe Familie Voss, liebe Trauergäste, liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich spreche heute für die Leute aus dem Lager und aus dem Fuhrpark. Wir haben uns gefragt, wer von uns das übernehmen soll, und dann hat sich niemand gemeldet. Also stehe ich hier, weil ich am längsten neben Rainer gearbeitet habe. Vierzehn Jahre, Halle drei, Tor sieben.

Rainer Voss war Lagerleiter, aber so hat ihn keiner genannt. Er war der, der um halb sieben schon da war, die Kaffeemaschine anhatte und die Zettel für den Tag geschrieben hatte. Mit der Hand, auf gelbem Papier, obwohl wir seit Jahren ein System dafür haben. „Das System sagt mir nicht, wer heute Rücken hat“, hat er gesagt. Und dann hat er die schweren Paletten dem zugeteilt, der es an dem Tag tragen konnte.

Rainer wurde 61 Jahre alt. Er kam aus Bielefeld, hat bei uns als Fahrer angefangen und ist geblieben, als andere gingen. Wenn der Laden eng wurde, im Weihnachtsgeschäft oder als der Neubau nicht fertig war, hat er einen Satz gesagt, den hier jeder kennt: „Das kriegen wir hin.“ Er hat das nicht gesagt, um uns zu beruhigen. Er hat es gesagt, weil er dann selbst mit angepackt hat.

Ich erinnere mich an einen Winterabend vor drei Jahren. Ein Lkw stand quer in der Einfahrt, der Fahrer war neu, es hat geschneit, und alle wollten nach Hause. Rainer hat den Fahrer nicht angeschrien. Er hat ihm einen Kaffee in die Hand gedrückt, ist selbst eingestiegen und hat den Wagen in zwei Zügen gerade gestellt. Danach hat er zu dem Jungen gesagt: „Morgen machst du das. Ich stehe daneben.“ Der Junge ist heute hier. Er fährt seit drei Jahren ohne Kratzer.

Wir wussten, dass Rainer eine Familie hat, die ihm alles war. Er hat wenig davon erzählt, aber wir haben es gesehen: freitags um vier war Schluss, egal was war, weil die Enkel kamen. Liebe Frau Voss, liebe Kinder, wir wissen, dass ihr ihn noch ganz anders kanntet als wir. Wir wollen euch nur sagen, dass er auch bei uns ein guter Mensch war. Vielleicht hilft das ein bisschen.

Am Montag geht Halle drei wieder auf. Die Kaffeemaschine wird jemand anders anmachen. Die gelben Zettel behalten wir. Rainer, das kriegen wir hin. Aber ohne dich ist es schwerer, als du dachtest.

So eine Rede, aber über Ihren Kollegen

Zehn Fragen, etwa 8 Minuten. Die Vorschau ist kostenlos.

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Beispiel 2: Die Geschäftsführerin spricht über eine langjährige Mitarbeiterin

ca. 2 Minuten von der Geschäftsführerin gesprochen Trauerhalle, im Namen des Betriebs

Sehr geehrte Familie Lindner, liebe Trauergemeinde,

ich spreche heute im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Tischlerei. Ursula Lindner, bei uns hieß sie nur Uschi, hat 29 Jahre lang unsere Buchhaltung geführt. Sie hat drei Chefs erlebt, zwei Umzüge und eine Umstellung auf Computer, die sie zuerst für einen Irrtum hielt und dann besser beherrschte als wir alle.

Uschi war die Ruhe in diesem Haus. Wenn ein Kunde nicht zahlte, wenn das Finanzamt schrieb, wenn eine Rechnung fehlte, hat sie nie den Ton erhoben. Sie hat die Brille abgesetzt, kurz nachgedacht und gesagt: „Das prüfe ich noch mal.“ Meistens hatte sie es dann schon geprüft. Sie wollte nur, dass wir uns nicht sorgen.

Sie kannte die Geburtstage aller Kollegen, die Namen der Kinder und wer gerade eine schwere Zeit hatte. Der Blumenstrauß, der dann auf dem Tisch stand, kam offiziell von der Firma. Wir wussten alle, von wem er wirklich kam.

Ihre Krankheit hat sie uns erst erzählt, als sie es musste. Bis zum letzten Tag hat sie darauf bestanden, ihre Nachfolgerin selbst einzuarbeiten. Das hat sie gemacht, gründlich, mit Zetteln in ihrer ordentlichen Schrift, die heute noch am Bildschirm kleben.

Liebe Familie Lindner, wir danken Ihnen, dass Sie uns Uschi so viele Jahre überlassen haben, an jedem Werktag von acht bis halb fünf. Der Betrieb wird sie vermissen, und die Menschen darin noch mehr. Uschi, wir haben alles noch mal geprüft. Es stimmt: Ohne dich fehlt etwas.

Beispiel 3: Das Team verabschiedet seinen Chef

ca. 3 Minuten von der dienstältesten Mitarbeiterin gesprochen kirchliche Trauerfeier

Liebe Monika, liebe Familie Brandt, liebe Trauergemeinde,

ich spreche heute für die neun Leute, die in der Werkstatt in der Amberger Straße arbeiten. Wir haben Holger Brandt alle „Chef“ genannt, auch die, die er selbst darum gebeten hatte, ihn Holger zu nennen. Wir haben es nicht geschafft. Chef hat einfach besser gepasst.

Holger wurde 66 Jahre alt. Er hat die Werkstatt von seinem Vater übernommen, mit 27, und er hat sie 39 Jahre lang geführt, ohne dass ein einziger Mitarbeiter gekündigt hätte. Wer bei uns angefangen hat, ist geblieben. Nicht, weil das Gehalt so hoch war. Er hat gern gesagt, dass er kein Bankdirektor ist. Sondern weil man bei ihm wusste, woran man war.

Sein Satz, den jeder Lehrling in der ersten Woche gehört hat, war: „Erst schauen, dann schrauben.“ Er meinte damit Autos. Aber er hat es auch bei Menschen so gehalten. Er hat zugehört, bevor er etwas gesagt hat. Wer mit einem Problem in sein Büro kam, mit einem echten Problem, zu Hause oder mit dem Geld, ging mit einer Lösung wieder raus. Und mit der Bitte, nicht darüber zu reden.

Er konnte auch anders. Wenn ein Werkzeug nicht an seinem Platz hing, hat man das in der ganzen Halle gehört. Fünf Minuten später stand er mit dem Kaffee neben einem und hat gefragt, ob das mit dem Knie besser ist. So war er. Laut, wenn es um Ordnung ging. Leise, wenn es um Menschen ging.

Dass er so plötzlich gegangen ist, an einem gewöhnlichen Dienstag, mit dem Schraubenschlüssel noch in der Hand, hat uns den Boden weggezogen. Es passt trotzdem zu ihm. Er wollte nie aufhören. Auf die Frage nach der Rente hat er immer gesagt: „Wenn ihr mich rausschmeißt.“ Wir hätten es nie getan.

Liebe Monika, du hast ihn dreißig Jahre lang mit einer Werkstatt geteilt, die er wie ein zweites Zuhause behandelt hat. Danke für deine Geduld mit uns allen. Die Werkstatt bleibt offen, das haben wir dir versprochen, und wir halten uns an seine Regel. Erst schauen, dann schrauben. Mach's gut, Chef.

Alle Personen und Begebenheiten in den Beispielen sind frei erfunden, Ähnlichkeiten wären zufällig. Sie dürfen die Texte für Ihre eigene Rede frei verwenden und anpassen.

Was in eine Trauerrede für einen Kollegen gehört

Eine Trauerrede für einen Kollegen zeigt den Menschen dort, wo Sie ihn erlebt haben: am Arbeitsplatz. Das ist keine Einschränkung, sondern Ihre Stärke. Die Familie, der Pfarrer oder der Trauerredner erzählen das Leben. Sie erzählen den Ausschnitt, den nur die Kollegen kennen: wie er morgens die Tür aufschloss, was er sagte, wenn es eng wurde, wem er geholfen hat, ohne dass es jemand mitbekommen sollte.

  • Eine Szene statt einer Liste. Verzichten Sie auf die Aufzählung von Abteilungen, Projekten und Beförderungen. Eine einzige Begebenheit, die jeder im Betrieb wiedererkennt, sagt mehr als der ganze Lebenslauf.
  • Ein typischer Satz. Fast jeder Mensch hat einen Spruch, den die Kollegen nachsprechen können. Er gehört in die Rede, am besten mit der Situation, in der er gefallen ist.
  • Die Grenze zum Privaten. Krankheit, Familienverhältnisse und Geld gehören nur dann in die Rede, wenn die Familie das ausdrücklich möchte. Im Zweifel bleiben Sie bei dem, was Sie selbst erlebt haben.
  • Ein Wort an die Familie. Die Angehörigen kannten den Verstorbenen anders als Sie. Sagen Sie ihnen, dass er auch bei der Arbeit geschätzt wurde. Genau das möchten Familien hören.

Wer spricht: Kollege, Vorgesetzter oder Betriebsrat

Meist ergibt sich das von selbst: die Person, die dem Verstorbenen im Betrieb am nächsten stand, oder die Person, die den Betrieb vertritt. Beides ist richtig, aber es sind zwei verschiedene Reden. Der Kollege spricht in der Ich-Form und darf persönlich werden, wie im ersten Beispiel. Die Geschäftsführung spricht in der Wir-Form für das ganze Haus, wie im zweiten Beispiel, und bleibt ein wenig förmlicher. Für den Chef spricht sinnvollerweise die dienstälteste Mitarbeiterin oder der dienstälteste Mitarbeiter, wie im dritten Beispiel.

Klären Sie vorher zwei Dinge. Erstens mit der Familie, ob eine Rede aus dem Betrieb gewünscht ist; nicht jede Familie möchte das, und dieser Wunsch gilt. Zweitens mit dem Bestatter, dem Pfarrer oder dem Trauerredner, an welcher Stelle der Trauerfeier Sie an der Reihe sind und wie lange Sie sprechen dürfen. Wie eine Trauerfeier üblicherweise abläuft und wo Reden ihren Platz haben, lesen Sie unter Rede bei einer Beerdigung. Wenn der Verstorbene zugleich Mitglied in einem Verein war, spricht dort oft noch jemand; dann sollten die Reden kurz bleiben und sich nicht wiederholen, mehr dazu unter Trauerrede für ein Vereinsmitglied.

Aufbau in fünf Schritten

  1. Anrede und Auftrag. Zuerst die Familie, dann die Trauergemeinde, dann die Kollegen. Sagen Sie in einem Satz, für wen Sie sprechen: für die Abteilung, für den Betrieb, für das Team.
  2. Zugehörigkeit in einem Satz. Seit wann, in welcher Rolle, mit wem. Mehr Zahlen braucht niemand.
  3. Eine Szene und ein Satz. Der Kern der Rede: ein Erlebnis, das den Menschen zeigt, und sein typischer Spruch.
  4. Was bleibt. Was der Verstorbene im Betrieb hinterlässt: eine Regel, eine Gewohnheit, ein Mensch, den er ausgebildet hat.
  5. Dank und Abschied. Dank an die Familie, dann wenige Worte direkt an den Verstorbenen. Hier darf die Rede leise werden.

Die allgemeine Gliederung einer Trauerrede mit Beispielen für jeden Teil finden Sie unter Aufbau einer Trauerrede. Zwei bis drei Minuten sind für eine Rede aus dem Betrieb ein guter Rahmen, das sind etwa 250 bis 400 Wörter. Wenn mehrere Redner angekündigt sind, eher weniger. Beispiele dafür stehen unter kurze Trauerrede.

Wenn Sie den Verstorbenen nur von der Arbeit kannten

Das ist der Normalfall, und es ist kein Mangel. Sie müssen nicht so tun, als wären Sie befreundet gewesen. Sagen Sie, was Sie gesehen haben: Pünktlichkeit, Geduld mit Neuen, ein bestimmter Humor, die Art, wie jemand ein Problem angepackt hat. Fragen Sie vor der Rede zwei oder drei Kollegen nach ihrer Erinnerung. Oft kommt dabei die eine Geschichte heraus, die alle kennen und die in die Rede gehört.

Vermeiden Sie Floskeln wie „immer für alle da“ oder „ein Vorbild für uns alle“, wenn Sie keine Begebenheit dazu erzählen können. Ein konkreter Satz wie „Er hat jedem neuen Fahrer in der ersten Woche den Hof gezeigt“ ist wahrer und tröstet mehr. Formulierungen für Anfang, Übergänge und Schluss, die Sie an Ihren Fall anpassen können, finden Sie unter Texte für Trauerreden.

Den richtigen Ton finden: für den Chef, für eine langjährige Mitarbeiterin

Eine Rede auf den Chef darf zeigen, dass er auch anstrengend sein konnte, solange die Zuneigung dabei hörbar bleibt. Das dritte Beispiel macht das mit dem Werkzeug, das nicht an seinem Platz hing. Eine Rede auf eine langjährige Mitarbeiterin ist meist förmlicher, weil die Geschäftsführung für den ganzen Betrieb spricht; Wärme entsteht dann über Einzelheiten, etwa die Zettel am Bildschirm im zweiten Beispiel.

Sprechen Sie die Familie in der Anrede so an, wie Sie es im Alltag tun würden: mit „Sie“, wenn Sie die Angehörigen nicht kennen, mit dem Vornamen, wenn Sie sich duzen. Beides ist in Ordnung, ein Wechsel mitten in der Rede nicht. Und rechnen Sie damit, dass Ihnen die Stimme wegbleibt, auch bei einem Kollegen. Wie Sie damit umgehen, steht unter Trauerrede halten. Wer die Rede lieber aus den eigenen Erinnerungen entwickeln lässt, kann dafür den Fragebogen unter Rede erstellen nutzen und die Angaben auf das beschränken, was er aus der Arbeit weiß.

Weitere Beispielreden nach Person

Jeder Mensch ist einzigartig. Seine Rede sollte es auch sein.

Erst lesen, dann entscheiden. Einmalig 29 €, kein Abo.

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Häufige Fragen

Wie lang sollte eine Trauerrede für einen Kollegen sein?

Zwei bis drei Minuten, also etwa 250 bis 400 Wörter. Bei einer Trauerfeier sprechen oft mehrere Menschen: Pfarrer oder Trauerredner, die Familie, manchmal ein Verein. Je mehr Redner, desto kürzer sollte der Beitrag aus dem Betrieb sein. Klären Sie die Zeit vorher mit dem Bestatter oder dem Trauerredner.

Darf ich in der Rede Privates über den Kollegen erwähnen?

Nur, was der Verstorbene selbst offen erzählt hat oder was die Familie ausdrücklich freigibt. Krankheit, Trennungen und Geldsorgen gehören nicht in eine Rede aus dem Betrieb. Bleiben Sie bei dem, was Sie am Arbeitsplatz erlebt haben. Das ist der Teil, den nur Sie erzählen können.

Muss die Rede mit der Familie abgestimmt werden?

Ja, zumindest die Frage, ob eine Rede aus dem Betrieb überhaupt gewünscht ist. Fragen Sie über den Bestatter oder direkt bei den Angehörigen an. Den Text selbst müssen Sie nicht vorlegen, es ist aber höflich, der Familie anzubieten, ihn vorher zu lesen.

Ich kannte den Kollegen kaum persönlich. Kann ich trotzdem sprechen?

Ja. Sprechen Sie dann ausdrücklich für die Abteilung oder den Betrieb und in der Wir-Form. Sammeln Sie vorher bei zwei oder drei Kollegen je eine Erinnerung. Eine Rede aus gesammelten Erinnerungen wirkt oft persönlicher als die eines Einzelnen.

Wer hält die Trauerrede, wenn der Chef gestorben ist?

Üblicherweise die Person mit den meisten Dienstjahren oder jemand, den das Team gemeinsam bestimmt. Wichtig ist, dass diese Person für alle spricht und die Familie vorher weiß, dass der Betrieb ein paar Worte sagen möchte.

Spricht der Betrieb in der Trauerhalle oder am Grab?

Das legt die Familie zusammen mit dem Pfarrer oder Trauerredner fest. Meist sprechen Betrieb und Vereine in der Trauerhalle nach der Hauptrede. Am Grab wird es kürzer, ohne Pult und oft im Wind. Dann genügen wenige Sätze.

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