Beispiel 1: Nachruf der Freiwilligen Feuerwehr auf einen Kameraden
Die Freiwillige Feuerwehr Oberried trauert um ihren Kameraden Manfred Kessler, der am 9. November im Alter von 71 Jahren gestorben ist.
Manfred Kessler trat 1972 als Achtzehnjähriger in die Wehr ein und blieb ihr 52 Jahre verbunden: als Maschinist, als Gruppenführer, zwölf Jahre als stellvertretender Wehrführer und zuletzt als Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung. Er hat mehr Einsätze gefahren, als in unseren Büchern stehen, und keinen davon je herausgekehrt.
Wer mit ihm im Gerätehaus stand, kennt seinen Satz: „Erst der Mensch, dann das Gerät.“ Er hat ihn jedem Anwärter gesagt, und er hat ihn selbst gelebt, bei Einsätzen wie bei der Kameradschaft. Wenn nach einem schweren Einsatz jemand still wurde, war Manfred derjenige, der sich dazusetzte.
Auch als seine Knie nicht mehr mitmachten, kam er zu jeder Übung, stand am Rand, sah zu und sagte hinterher, was gut war, bevor er sagte, was besser ging. Die Jungen haben das gehört. Die Alten auch.
Die Jugendfeuerwehr, die er 1988 mitgegründet hat, zählt heute 24 Mädchen und Jungen. Viele der aktiven Kameraden haben bei ihm angefangen. Das ist sein Vermächtnis, und es lebt.
Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Gisela, seinen Söhnen und seinen Enkeln. Die Wehr wird ihn mit einer Ehrenwache und im Feuerwehrgottesdienst würdigen.
Wir verlieren einen Kameraden, wie man ihn sich wünscht. Erst der Mensch. Danke, Manfred.
Der Wehrführer und alle Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Oberried
Aus Ihren Erinnerungen, in zehn Fragen. Die Vorschau ist kostenlos.
Beispiel 2: Nachruf des Sportvereins auf die langjährige Kassenwartin
Der TSV Grünau nimmt Abschied von Ingrid Pohl, die am 21. Februar im Alter von 68 Jahren gestorben ist.
Ingrid Pohl war 41 Jahre Mitglied unseres Vereins, 26 davon als Kassenwartin. Sie hat die Finanzen des TSV durch zwei Vereinsheim-Umbauten, eine Fusion und die schwierigen Jahre nach 2020 geführt, ohne dass der Verein je einen Cent schuldig blieb. Auf ihre Kassenberichte, handgeschrieben bis 2015 und danach mit einem Computer, dem sie nie ganz traute, konnte man sich verlassen wie auf den Sonnenaufgang.
Sie war streng, wenn es ums Geld ging, und weich, wenn es um Menschen ging. Wer den Beitrag nicht zahlen konnte, bekam von ihr keinen Brief, sondern einen Anruf und eine Lösung. Davon wussten nur wenige. Jetzt dürfen es alle wissen.
Beim Vereinsfest stand sie am Kuchenstand, nicht an der Kasse. Das Geld zählte sie später, zu Hause, mit einer Tasse Tee und dem Radio, und am Montag lag die Abrechnung im Vereinsheim, auf den Cent genau.
Ihre Handballmädchen, die sie in den Achtzigern trainierte, sind heute selbst Mütter und Trainerinnen. Einige haben am Grab gestanden, mit ihren Töchtern in Vereinsfarben.
Wir sprechen ihrem Mann Werner und ihrer Familie unser tiefes Mitgefühl aus. Der Vorstand wird auf der nächsten Mitgliederversammlung vorschlagen, Ingrid Pohl posthum zum Ehrenmitglied zu ernennen.
Der Vorstand des TSV Grünau
Alle Personen und Begebenheiten in den Beispielen sind frei erfunden, Ähnlichkeiten wären zufällig. Sie dürfen die Texte für Ihre eigene Rede frei verwenden und anpassen.
Nachruf für ein Vereinsmitglied: was hineingehört
Der Verein spricht nicht für die Familie, sondern für die Gemeinschaft, in der der Verstorbene ein Teil war. Deshalb steht im Vereins-Nachruf das, was nur der Verein weiß:
- Eintritt, Jahre, Ämter in einem Absatz, nicht als Liste.
- Eine Szene aus dem Vereinsleben, die jeder wiedererkennt: der Satz im Gerätehaus, der handgeschriebene Kassenbericht.
- Was bleibt: die gegründete Jugendabteilung, die ausgebildeten Nachfolger, eine Regel, die weitergilt.
- Mitgefühl an die Familie und die Ankündigung, wie der Verein Abschied nimmt: Ehrenwache, Trauerflor, Schweigeminute, Ehrenmitgliedschaft.
- Absender: der Vorstand, die Wehrführung, alle Mitglieder.
Eine kurze Rede des Vereins bei der Trauerfeier folgt demselben Muster, nur gesprochen; Beispiele dafür stehen unter Trauerrede für ein Vereinsmitglied. Den allgemeinen Aufbau eines Nachrufs mit Formulierungen für Anfang und Schluss finden Sie unter Nachruf schreiben.
Länge, Ort und Absprache mit der Familie
Für den Aushang im Vereinsheim und die Vereinsseite reichen 150 bis 250 Wörter, gern mit einem Foto aus dem Vereinsleben. Für das Vereinsblatt dürfen es bis zu 400 sein. Eine Anzeige in der Zeitung ist kürzer und wird nach Fläche berechnet; sprechen Sie das Format mit der Anzeigenabteilung ab.
Vor der Veröffentlichung lesen die Angehörigen den Text. Fragen Sie, ob Alter, Todesursache und Namen der Familie genannt werden dürfen, und ob die Familie eine Rede des Vereins bei der Trauerfeier wünscht. Nicht jede Familie möchte das, und dieser Wunsch gilt. Wer im Namen des Vereins auch eine Danksagung oder ein Gedenken zum Jahrestag plant, findet Vorlagen unter Danksagung nach der Trauerfeier.
Erst lesen, dann entscheiden. Einmalig 29 €, kein Abo.
Häufige Fragen
Wer unterschreibt den Nachruf des Vereins?
Der Vorstand oder die Wehrführung, im Namen aller Mitglieder. Einzelne Namen sind möglich, üblich ist die Funktion: „Der Vorstand des TSV Grünau“.
Muss der Verein die Familie fragen, bevor der Nachruf erscheint?
Ja. Die Angehörigen sollten den Text vorher lesen und entscheiden, welche persönlichen Angaben erscheinen dürfen.
Wo veröffentlicht ein Verein den Nachruf?
Im Vereinsblatt, als Aushang im Vereinsheim, auf der Vereinsseite und, wenn der Verstorbene im Ort bekannt war, als Anzeige in der Zeitung.
Wie unterscheidet sich der Nachruf von der Rede bei der Trauerfeier?
Der Nachruf ist geschrieben und erscheint nach der Feier, die Rede wird gesprochen und ist kürzer. Oft entsteht eines aus dem anderen.