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Trauerrede Hilfe Persönliche Worte für den Abschied
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Nachruf schreiben: Beispiele, Aufbau und Vorlagen für Zeitung, Verein und Firma

Ein Nachruf ist der geschriebene Abschied: ein kurzer Text, der nach dem Tod eines Menschen in der Zeitung, im Vereinsblatt, auf der Firmenseite oder im Aushang erscheint. Hier finden Sie drei vollständige Beispiele, wie man einen Nachruf schreiben kann, aus Sicht eines Vereins, einer Firma und einer Familie. Dazu lesen Sie, wie ein Nachruf aufgebaut ist, wie lang er sein sollte und womit man anfängt, wenn das Blatt noch leer ist.

Beispiel 1: Nachruf des Vereins auf den langjährigen Chorleiter

etwa 260 Wörter vom Vorstand des Gesangvereins für Vereinsblatt und Aushang

Der Gesangverein Liederkranz Wiesbach trauert um seinen Chorleiter Dieter Hansen, der am 14. März im Alter von 74 Jahren gestorben ist.

Dieter Hansen kam 1989 zu uns, als der Chor sechzehn Sänger zählte und einen Dirigenten suchte, der bleiben würde. Er blieb 35 Jahre. In dieser Zeit hat er über hundert Konzerte geleitet, drei Chorreisen organisiert und mehr Menschen zum Singen gebracht, als er selbst je zugegeben hätte.

Wer bei ihm gesungen hat, kennt seine Art: Er hat nie geschimpft. Wenn ein Einsatz misslang, hat er die Hände sinken lassen, gelächelt und gesagt: „Noch einmal, mit Freude.“ Das war seine ganze Methode. Sie hat funktioniert.

Ihm verdankt der Verein den Kinderchor, den er 1996 gegen manchen Widerstand gründete, und die Weihnachtskonzerte in der Stadtkirche, die längst zu Wiesbach gehören. Für seine Verdienste wurde er 2014 zum Ehrenchorleiter ernannt. Die Urkunde hing bei ihm im Flur, hinter der Garderobe, wo man sie nicht sehen musste.

Dieter Hansen hinterlässt seine Frau Renate, zwei Kinder und vier Enkel, von denen zwei heute im Kinderchor singen. Ihnen gilt unser Mitgefühl.

Wir werden bei unserem Frühjahrskonzert das Lied singen, das er am liebsten dirigiert hat. Er hätte gesagt: noch einmal, mit Freude. Wir versuchen es.

Der Vorstand und alle Sängerinnen und Sänger des Gesangvereins Liederkranz Wiesbach

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Aus Ihren Erinnerungen, in zehn Fragen. Die Vorschau ist kostenlos.

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Beispiel 2: Nachruf der Firma auf eine langjährige Mitarbeiterin

etwa 210 Wörter von der Geschäftsführung für Zeitung und Firmenseite

Wir trauern um unsere Kollegin Karin Steinke, die am 2. Juni nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 59 Jahren verstorben ist.

Karin Steinke trat 1994 als Sachbearbeiterin in die Auftragsabwicklung der Möbelwerke Brandt ein und leitete die Abteilung seit 2011. Dreißig Jahre lang war sie für Kunden, Lieferanten und Kollegen die Stimme am Telefon, die Ruhe in jede Lieferung brachte, auch dann, wenn nichts mehr ruhig war.

Sie hat drei Generationen von Auszubildenden angeleitet, mit Geduld und mit einem einzigen Grundsatz: „Man muss nicht alles wissen. Man muss wissen, wen man fragt.“ Viele, die heute in unserer Firma Verantwortung tragen, haben ihre erste Frage an Karin Steinke gestellt.

Auch außerhalb des Büros war sie da: bei jedem Betriebsausflug in der ersten Reihe, bei jeder Weihnachtsfeier an der Kaffeekanne, und wenn ein Kollege eine schwere Zeit hatte, mit einem Anruf am Abend, von dem niemand wissen sollte.

Wir verlieren mit ihr eine Kollegin, die den Betrieb wie eine Familie behandelt hat, mit allem, was dazugehört: Kuchen zum Geburtstag, ein offenes Ohr und ein klares Wort, wenn es nötig war.

Unser Mitgefühl gilt ihrem Mann Peter, ihren beiden Töchtern und allen, die ihr nahestanden. Wir werden Karin Steinke in dankbarer Erinnerung behalten.

Geschäftsführung, Betriebsrat und Belegschaft der Möbelwerke Brandt GmbH, Melle

Beispiel 3: Nachruf der Familie für die Zeitung

etwa 220 Wörter von den Kindern geschrieben für die Tageszeitung, einige Wochen nach dem Tod

Elfriede Wagner, geborene Roth, 12. Mai 1936 bis 28. Januar 2026.

Unsere Mutter hat in Kaufbeuren gelebt, seit sie 1958 als junge Frau aus dem Allgäu in die Stadt kam. Sie arbeitete 31 Jahre in der Stadtbibliothek, wo sie mehr Bücher empfohlen hat, als sie gelesen haben kann, und wo sie jedem Kind den Ausweis auch dann ausstellte, wenn die Unterschrift der Eltern fehlte.

Mit unserem Vater Alfred war sie 52 Jahre verheiratet. Nach seinem Tod hat sie noch neun Jahre allein gelebt, in ihrer Wohnung am Kirchplatz, mit Blick auf den Markt, den sie jeden Samstag zu Fuß besuchte, bis zuletzt.

Ihre Enkel haben bei ihr lesen gelernt, lange vor der Schule, am Küchentisch, mit dem Finger unter der Zeile. Zwei von ihnen studieren heute Literatur. Sie hat gesagt, das sei Zufall. Wir wissen es besser.

Sie war keine Frau der großen Worte. Ihre Art zu lieben war praktisch: ein Topf Suppe vor der Tür, ein Anruf zur richtigen Zeit, ein Buch mit einem Zettel darin: „Das hier ist etwas für dich.“

Wir danken allen, die sie in ihrem letzten Jahr begleitet haben, besonders den Nachbarn im Haus und dem Pflegedienst Sankt Martin. Sie fehlt uns. Wir werden noch lange Bücher aufschlagen und nach ihrem Zettel suchen.

Monika Bauer und Thomas Wagner mit Familien

Alle Personen und Begebenheiten in den Beispielen sind frei erfunden, Ähnlichkeiten wären zufällig. Sie dürfen die Texte für Ihre eigene Rede frei verwenden und anpassen.

Nachruf, Traueranzeige und Trauerrede: der Unterschied

Die drei Texte werden oft verwechselt, haben aber verschiedene Aufgaben. Die Traueranzeige teilt den Tod mit: Name, Daten, Trauerfeier, Absender, wenige Zeilen. Die Trauerrede wird bei der Trauerfeier gesprochen und erzählt das Leben in Szenen; wie sie aufgebaut ist, lesen Sie unter Aufbau einer Trauerrede. Der Nachruf steht dazwischen: ein geschriebener Text von 150 bis 400 Wörtern, der würdigt, was ein Mensch getan hat und wer er war, meist aus Sicht einer Gemeinschaft: Verein, Firma, Nachbarschaft, Familie.

Nachrufe erscheinen in der Zeitung, oft einige Wochen nach der Traueranzeige, im Vereinsblatt oder als Aushang im Vereinsheim, auf der Firmenseite oder im Intranet, und immer häufiger online, etwa auf Gedenkseiten. Wer am Grab spricht und dafür Beispiele sucht, findet sie unter Grabrede; die Seite hier ist für den geschriebenen Text.

Nachruf schreiben: Aufbau in fünf Teilen

  1. Der Anlass. Wer ist gestorben, wann, in welchem Alter, und wer schreibt. Ein bis zwei Sätze.
  2. Der Weg. Wann kam die Person in den Verein, in die Firma, in die Stadt, und was hat sie dort getan. Ämter, Jahre und Aufgaben in wenigen Sätzen, keine Liste.
  3. Der Mensch. Eine Szene, ein typischer Satz, eine Eigenart, an der jeder sie sofort erkennt. Das ist der Teil, der den Nachruf von einer Aufzählung unterscheidet.
  4. Was bleibt. Was die Person hinterlässt: eine Einrichtung, die sie gegründet hat, Menschen, die sie ausgebildet hat, eine Regel, die weitergilt.
  5. Mitgefühl und Absender. Ein Satz an die Angehörigen, dann die Unterschrift: Vorstand, Geschäftsführung, Familie, Freunde.

Die drei Beispiele oben folgen genau dieser Reihenfolge. Die Reihenfolge darf sich ändern; wichtig ist, dass alle fünf Teile vorkommen und der dritte am längsten ist.

Formulierungen für Anfang und Schluss

Der erste Satz nennt den Tod, ohne Umschweife. Bewährte Anfänge:

  • „Wir trauern um …, der am … im Alter von … Jahren gestorben ist.“
  • „Der Verein … nimmt Abschied von seinem Mitglied …“
  • „Am … ist unsere Kollegin … verstorben. Sie war … Jahre Teil unseres Hauses.“

Der Schluss verbindet Mitgefühl und Erinnerung:

  • „Unser Mitgefühl gilt seiner Familie. Wir werden ihn in dankbarer Erinnerung behalten.“
  • „Sie fehlt uns. Was sie aufgebaut hat, führen wir in ihrem Sinne weiter.“
  • „Wir verneigen uns vor einem Menschen, der … Danke.“

Weitere Sätze für Würdigung, Dank und Abschied, die sich vom Gesprochenen ins Geschriebene übertragen lassen, finden Sie unter Texte für Trauerreden.

Wie lang, und wo erscheint der Nachruf?

Die Länge richtet sich nach dem Ort. In der Tageszeitung sind 120 bis 250 Wörter üblich, weil Anzeigen nach Fläche gesetzt werden; sprechen Sie Format und Abgabe mit der Anzeigenabteilung ab. Im Vereinsblatt oder auf der Firmenseite dürfen es 250 bis 400 Wörter sein. Als Aushang im Vereinsheim oder am Schwarzen Brett wirkt ein kurzer Text mit Foto am besten.

Der Zeitpunkt: Ein Nachruf der Familie erscheint oft zwei bis sechs Wochen nach dem Tod, manchmal zusammen mit der Danksagung; wie diese aussieht, zeigt Danksagung nach der Trauerfeier. Vereine und Firmen veröffentlichen früher, meist in der Woche nach der Trauerfeier, und stimmen den Text vorher mit der Familie ab. Fragen Sie immer, ob die Familie mit Nennung von Krankheit, Alter und Angehörigen einverstanden ist.

Häufige Fehler beim Nachruf

  • Nur Ämter und Jahreszahlen. Ein Nachruf, der wie ein Lebenslauf klingt, sagt nichts über den Menschen. Eine einzige Szene ist mehr wert als zehn Daten.
  • Floskeln ohne Beleg. „Immer für alle da“ stimmt fast immer und sagt fast nie etwas. Schreiben Sie, wofür genau: „Er hat 25 Jahre lang den Platz gekreidet, jeden Samstag um sieben.“
  • Zu privat. Krankheit, Familienverhältnisse und Streit gehören nur mit Zustimmung der Angehörigen in einen Text, der öffentlich erscheint.
  • Kein Absender. Der Leser muss wissen, wer spricht: Vorstand, Geschäftsführung, Familie, Freundeskreis.
  • Fremde Gedichte ohne Prüfung. Wer ein Gedicht anfügen möchte, nimmt einen gemeinfreien Text mit Namen des Dichters oder schreibt selbst; eine Auswahl steht unter Trauergedichte.

Oft entsteht der Nachruf aus der Trauerrede: Wer bei der Feier gesprochen hat, kürzt den Text auf ein Viertel und hat den Nachruf. Wer noch keine Rede hat, kann sie unter Rede erstellen aus seinen Erinnerungen entstehen lassen und daraus beides machen.

Die Rede, die zu Ihrer Danksagung passt.

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Häufige Fragen

Wer schreibt den Nachruf?

Die Gemeinschaft, die den Verstorbenen würdigen möchte: der Vorstand des Vereins, die Geschäftsführung oder das Team in der Firma, die Familie oder ein Freundeskreis. Meist schreibt eine Person den Entwurf, und die anderen ergänzen.

Wie lang sollte ein Nachruf sein?

In der Zeitung 120 bis 250 Wörter, im Vereinsblatt oder online 250 bis 400. Kürzer ist fast immer besser als länger, solange eine persönliche Szene darin vorkommt.

Muss der Nachruf mit der Familie abgestimmt werden?

Ja, wenn ein Verein oder eine Firma ihn veröffentlicht. Die Familie sollte den Text vor Erscheinen lesen und entscheiden, ob Alter, Krankheit und Angehörige genannt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Nachruf und Traueranzeige?

Die Traueranzeige teilt den Tod und die Trauerfeier mit, in wenigen Zeilen. Der Nachruf würdigt das Leben und den Menschen in einem kurzen Text und erscheint oft später.

Darf ein Nachruf persönlich oder sogar humorvoll sein?

Ja, wenn es zum Menschen passt und die Familie einverstanden ist. Ein typischer Satz des Verstorbenen oder eine kleine Eigenart macht den Nachruf lebendig, ohne respektlos zu sein.

Kann ich die Beispiele auf dieser Seite verwenden?

Ja. Alle Personen und Vereine sind erfunden. Sie dürfen die Texte übernehmen, kürzen und an Ihren Fall anpassen.

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