Beispiel 1: Nachruf der Geschäftsführung auf einen langjährigen Mitarbeiter
Die Spedition Hollmann trauert um ihren Mitarbeiter Jürgen Albers, der am 17. April im Alter von 63 Jahren unerwartet verstorben ist.
Jürgen Albers kam 1987 als Kraftfahrer zu uns und übernahm 2003 die Leitung der Disposition. 37 Jahre lang war er das Gedächtnis unseres Hauses: Er kannte jede Strecke, jeden Kunden und jeden Fahrer mit Namen, und er wusste, wem man welche Tour anvertrauen konnte.
Als das Unternehmen 2009 vor der schwersten Zeit seiner Geschichte stand, war es Jürgen Albers, der die Fahrer zusammenhielt. „Wir fahren weiter“, hat er damals gesagt, und er hat es so lange gesagt, bis es stimmte.
Neue Fahrer hat er in der ersten Woche selbst begleitet, auf dem Beifahrersitz, mit einer Thermoskanne und wenigen Worten. Wer diese Woche überstand, blieb meist Jahrzehnte. Viele unserer Fahrer sind auf diese Weise angekommen.
Er war kein Mann der Bürowände. Sein Schreibtisch stand am Fenster zum Hof, damit er die Lkw sah. Wer ihn suchte, fand ihn dort oder draußen bei den Fahrern, mit dem Kaffeebecher, der seit Jahren nicht mehr ganz sauber wurde.
Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Sabine, seinen Kindern und Enkeln. Wir verlieren einen Kollegen, dem dieses Unternehmen viel verdankt, und einen Menschen, der uns fehlen wird.
Geschäftsführung, Betriebsrat und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spedition Hollmann GmbH, Lingen
Aus Ihren Erinnerungen, in zehn Fragen. Die Vorschau ist kostenlos.
Beispiel 2: Nachruf des Teams auf eine Kollegin
Wir, das Team der Kinderstation K2, nehmen Abschied von unserer Kollegin Anja Brenner, die am 3. Oktober im Alter von 44 Jahren gestorben ist.
Anja war seit 2008 bei uns, erst als Kinderkrankenschwester, seit 2016 als stellvertretende Stationsleitung. Sie hat Nachtdienste getauscht, wenn jemand ein krankes Kind zu Hause hatte, und Dienstpläne so gebaut, dass sie für alle passten, notfalls, indem sie selbst die Lücke füllte.
Eltern, die nachts nicht schlafen konnten, haben bei ihr im Stationszimmer gesessen, mit Tee und ohne Zeitdruck. Sie hat nie gesagt, dass sie eigentlich anderes zu tun hatte. Sie hatte es, und sie hat es später gemacht.
Die Kinder auf unserer Station kannten sie an ihrem Lachen, das man vom Ende des Flurs hörte, und an den Sternen, die sie mit Filzstift auf die Pflaster malte. Sie hat gesagt: „Ein Pflaster mit Stern hält besser.“ Wir haben es nie geprüft. Wir malen weiter Sterne.
In den letzten Monaten hat sie ihre Krankheit mit derselben Ruhe getragen, mit der sie Eltern durch schwere Nächte begleitet hat. Sie hat uns verboten, traurig im Dienst zu sein. Wir versuchen es, Anja. Es gelingt nicht immer.
Unser Mitgefühl gilt ihrem Mann Florian und ihren beiden Söhnen. Am Freitag hängt an unserer Stationstür ein Stern für jedes Jahr mit ihr. Es sind sechzehn.
Das Team der Kinderstation K2, Klinikum am Rosengarten
Alle Personen und Begebenheiten in den Beispielen sind frei erfunden, Ähnlichkeiten wären zufällig. Sie dürfen die Texte für Ihre eigene Rede frei verwenden und anpassen.
Nachruf für einen Mitarbeiter: Ton und Inhalt
Ein Nachruf der Firma hat zwei mögliche Stimmen. Die Geschäftsführung spricht für das ganze Haus: förmlich, in der Wir-Form, mit Eintrittsjahr, Aufgaben und Verdiensten, dazu einer Begebenheit, die den Menschen zeigt. Das Team spricht persönlicher, im Du, mit Szenen aus dem Alltag. Beide Formen sind richtig; manche Firmen veröffentlichen beide, die förmliche in der Zeitung, die persönliche im Intranet.
- Berufliches zuerst: seit wann, in welcher Rolle, was hat die Person aufgebaut oder getragen.
- Eine Szene aus der Arbeit: der Schreibtisch am Fenster, der Stern auf dem Pflaster.
- Nichts Privates ohne Zustimmung: Krankheit, Familie und Umstände des Todes nur, wenn die Angehörigen einverstanden sind.
- Mitgefühl und Absender: Geschäftsführung, Betriebsrat, Belegschaft, Team.
Wer bei der Trauerfeier für die Firma sprechen soll, findet drei passende Reden unter Trauerrede für Kollegen und Mitarbeiter. Den allgemeinen Aufbau eines Nachrufs zeigt Nachruf schreiben.
Abstimmung mit Familie, Betriebsrat und Kollegen
Vor der Veröffentlichung sind drei Gespräche sinnvoll. Erstens mit der Familie: Sie liest den Text und entscheidet, welche Angaben erscheinen. Zweitens mit dem Betriebsrat, wenn es einen gibt; er steht üblicherweise mit im Absender. Drittens mit den engsten Kollegen, die die Szene liefern, die den Nachruf persönlich macht.
Der Nachruf erscheint meist in der Woche nach der Trauerfeier, im Intranet auch früher. Zur Zeitung gehört das Format der Anzeige, das die Anzeigenabteilung vorgibt. Viele Firmen verbinden den Nachruf mit einer Spende im Namen des Verstorbenen oder mit einer Schweigeminute; beides gehört in den Text, wenn es beschlossen ist. Für eine spätere Danksagung an die Belegschaft im Namen der Familie gibt es Vorlagen unter Danksagung nach der Trauerfeier.
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Häufige Fragen
Wer schreibt den Nachruf für einen Mitarbeiter?
Die Geschäftsführung oder Personalleitung für den förmlichen Text, das Team für den persönlichen. Oft schreibt ein Kollege den Entwurf und die Geschäftsführung zeichnet ihn.
Darf die Firma die Todesursache nennen?
Nur mit Zustimmung der Familie. Formulierungen wie „nach kurzer schwerer Krankheit“ oder „unerwartet“ sind üblich, wenn die Angehörigen einverstanden sind.
Wo erscheint der Nachruf der Firma?
In der Zeitung am Firmensitz, auf der Firmenseite, im Intranet und am Schwarzen Brett. Bei großen Betrieben auch in der Mitarbeiterzeitung.
Wie lang sollte der Nachruf sein?
In der Zeitung 120 bis 200 Wörter, im Intranet bis 300. Wichtiger als die Länge ist eine Begebenheit, an der die Kollegen den Menschen wiedererkennen.