Was schreibt man in eine Trauerkarte? Aufbau in vier Sätzen
Eine gute Trauerkarte hat vier Teile, und jeder darf ein einziger Satz sein:
- Anrede. So, wie Sie den Empfänger sonst ansprechen.
- Anteilnahme. Dass Sie vom Tod erfahren haben und was er in Ihnen ausgelöst hat: „Die Nachricht vom Tod Ihres Mannes hat mich sehr getroffen.“
- Erinnerung oder Wertschätzung. Ein Satz über den Verstorbenen, am besten mit einer konkreten Erinnerung: „Ich werde nie vergessen, wie er uns beim Umzug die Waschmaschine allein in den dritten Stock getragen hat.“ Wenn Sie ihn nicht kannten: ein Satz über den Trauernden.
- Angebot oder Wunsch. Konkret, wenn möglich: „Ich bringe am Sonntag Kuchen vorbei.“ Sonst ein Wunsch: „Ich wünsche Ihnen Kraft und Menschen, die bleiben.“
Dann Gruß und Unterschrift: „In stiller Anteilnahme“, „In Gedanken bei euch“, „Mit aufrichtigem Mitgefühl“. Ein Trauerspruch kann die Karte eröffnen, ersetzt aber die eigenen Sätze nicht; eine Auswahl steht unter Trauersprüche.
Anrede in der Trauerkarte: Sie, du, mehrere Personen
- Eine Person, die Sie siezen: „Sehr geehrte Frau Becker“ ist korrekt, „Liebe Frau Becker“ ist wärmer und heute üblich, wenn man sich kennt.
- Eine Person, die Sie duzen: „Liebe Anna“, „Lieber Jens“.
- Ein Paar oder eine Familie: „Liebe Familie Sommer“, „Liebe Anna, lieber Jens“, „Liebe Frau Becker, liebe Kinder“.
- Mehrere Personen, die Sie verschieden ansprechen: „Liebe Frau Becker, liebe Anna“ funktioniert; im Text bleiben Sie dann bei „Sie“ oder „ihr“, je nachdem, wer den Brief hauptsächlich liest.
- Unbekannte Angehörige, etwa die Familie eines Kollegen: „Sehr geehrte Familie Albers“ oder „Liebe Angehörige von Herrn Albers“.
Die Anrede richtet sich an die Lebenden, nie an den Verstorbenen. Ein Satz an ihn kann am Ende stehen: „Mach's gut, Jürgen.“
Aus Ihren Erinnerungen, in zehn Fragen. Die Vorschau ist kostenlos.
Was schreibt man auf den Umschlag einer Trauerkarte?
Auf den Umschlag kommt die Anschrift der Trauernden, nicht der Name des Verstorbenen. Adressiert wird an die Person, die in der Traueranzeige als Absender steht, oder an die Ihnen nächste Angehörige: „Frau Renate Krause“ oder „Familie Krause“. Wenn in der Anzeige eine Traueranschrift genannt ist, etwa das Bestattungshaus, schreiben Sie dorthin und setzen den Namen der Familie dazu: „Familie Krause, über Bestattungshaus Ruhland“.
Wird die Karte bei der Trauerfeier abgegeben, genügt auf dem Umschlag der Name: „Familie Krause“ oder „Für Renate“. Der Absender steht hinten, damit die Familie später zuordnen kann, wer geschrieben hat; das ist wichtig für die Danksagung. Ein schwarzer Rand ist nicht nötig, ein schlichter weißer oder grauer Umschlag ist üblich.
Zwölf kurze Vorlagen für die Trauerkarte
Alle Vorlagen sind eigene Texte. Ersetzen Sie Namen und Einzelheiten.
Für Nachbarn
Liebe Familie Sommer, wir haben mit großer Betroffenheit vom Tod Ihres Vaters erfahren. Er hat uns jedes Frühjahr als Erster gegrüßt, wenn er den Garten aufgemacht hat. Wir werden ihn vermissen. Wenn wir in den nächsten Wochen etwas für Sie tun können, einkaufen, den Rasen mähen, klingeln Sie einfach. In stiller Anteilnahme, Ihre Nachbarn Petra und Klaus Weber
Für entfernte Bekannte
Sehr geehrte Frau Lindner, ich habe vom Tod Ihres Mannes gelesen und möchte Ihnen mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen. Ich habe ihn als freundlichen und verlässlichen Menschen erlebt. Ich wünsche Ihnen Kraft für die kommende Zeit. Mit stiller Anteilnahme, Thomas Berger
Für Verwandte
Liebe Tante Helga, Onkel Werner fehlt uns schon jetzt. Ich denke an die Sommer bei euch, an den Bootssteg und daran, wie er uns das Angeln beigebracht hat, mit unendlicher Geduld. Ich bin am Wochenende bei dir, und danach so oft du magst. In Liebe, deine Nichte Katrin
Für Kollegen, an die Familie
Sehr geehrte Familie Albers, wir Kolleginnen und Kollegen aus der Disposition trauern mit Ihnen um Jürgen. Er war der Erste am Morgen und der, der für jeden Kaffee mitgebracht hat. Sein Platz bleibt leer, und wir werden ihn nicht so schnell besetzen können. Unsere Gedanken sind bei Ihnen. Das Team der Spedition Hollmann
Für einen älteren Menschen, der den Partner verloren hat
Liebe Frau Wagner, nach so vielen gemeinsamen Jahren ist ein Abschied unvorstellbar schwer. Ich wünsche Ihnen, dass die vielen guten Erinnerungen bald mehr Trost geben als Schmerz. Ich komme in der nächsten Woche vorbei, wenn Sie mögen, einfach zum Kaffeetrinken. Mit herzlicher Anteilnahme, Ihre Nachbarin Monika Holl
Für eine enge Freundin, kurz
Liebe Miriam, es tut mir unendlich leid. Dein Vater war ein wunderbarer Mensch, und ich weiß, was er dir war. Ich bin da, jederzeit, für alles. In Gedanken fest bei dir, Katrin
Zum Tod der Mutter
Lieber Stefan, deine Mutter hat uns als Kinder immer mit durchgefüttert, und ich habe sie dafür geliebt. Dass sie nicht mehr da ist, kann ich kaum glauben. Ich denke an dich und deine Familie und wünsche euch Kraft für den Abschied. Dein Freund Jörg
Zum Tod des Vaters
Liebe Claudia, lieber Martin, euer Vater hat mir vor zwanzig Jahren die Heizung repariert und dafür nichts genommen außer einem Kaffee. So war er, und so werde ich ihn in Erinnerung behalten. Meine Anteilnahme gilt euch und eurer Familie. Eure Nachbarin Ursula
Modern, ohne Feierlichkeit
Liebe Nele, ich habe keine Worte, die helfen, und ich versuche es nicht. Nur das: Ich bin da. Ich bringe am Donnerstag Essen vorbei und bleibe, wenn du willst, oder gehe, wenn du lieber allein bist. Lotta und dich hab ich lieb. Jörg
Sehr kurz, für die Karte bei der Trauerfeier
Liebe Familie Holl, in stiller Anteilnahme und Dankbarkeit für einen Menschen, der uns allen etwas hinterlassen hat. Familie Berger
Wenn Sie den Verstorbenen nicht kannten
Liebe Sabine, ich habe deine Mutter nie kennengelernt, aber ich kenne dich, und ich weiß, wie viel sie dir bedeutet hat. Ich denke an dich. Wenn du magst, gehen wir nächste Woche spazieren und du erzählst mir von ihr. Deine Kollegin Anke
Nach langer Krankheit
Liebe Frau Brandt, die letzten Monate waren für Sie und Ihren Mann schwer, und Sie haben ihn mit großer Kraft begleitet. Jetzt darf er ruhen, und Sie dürfen es auch. Ich wünsche Ihnen Frieden und wünsche mir, dass Sie sich melden, wenn Sie Gesellschaft möchten. Ihre Ilse Kramer
Persönliche Worte statt Floskeln: so entstehen sie
Der Unterschied zwischen einer Karte, die man aufhebt, und einer, die man weglegt, ist ein einziger konkreter Satz. Drei Wege dorthin:
- Eine Erinnerung. Fragen Sie sich: Was ist das Erste, das mir einfällt, wenn ich an diesen Menschen denke? Ein Bild, eine Situation, ein Satz. Schreiben Sie genau das, in einem Satz, ohne es zu bewerten.
- Eine Eigenschaft mit Beleg. Nicht „Er war immer hilfsbereit“, sondern „Er hat mir dreimal das Auto angeschoben und nie darüber gesprochen.“
- Ein Satz über den Trauernden. Wenn Sie den Verstorbenen nicht kannten: „Ich weiß, wie nah ihr euch standet, und ich denke an dich.“
Handschrift ist besser als Druck, auch wenn sie krakelig ist. Eine Karte, die schon bedruckt ist, bekommt zwei handschriftliche Zeilen und den Namen. Wer länger schreiben möchte, schreibt einen Brief; wie er aufgebaut ist, steht unter Trauerbrief schreiben.
Was man in der Trauerkarte vermeidet
- Ratschläge und Deutungen: „Die Zeit heilt alle Wunden“, „Er hat es jetzt besser“, „Alles hat seinen Sinn“. Das tröstet den Schreiber, nicht den Leser.
- Fragen nach den Umständen. Wie es passiert ist, erzählt die Familie, wenn sie möchte.
- Eigene Verluste als Vergleich: „Als meine Mutter starb …“ gehört ins Gespräch, nicht auf die Karte.
- Vage Angebote: „Melde dich, wenn du etwas brauchst“ wird selten angenommen. Konkret: „Ich komme Donnerstag.“
- Nur ein Spruch, keine eigenen Worte. Ein Spruch ohne persönlichen Satz wirkt wie eine Pflichtkarte.
- Geld ohne Hinweis. In manchen Regionen ist ein kleiner Geldbetrag in der Karte üblich, als Beitrag zu Blumen oder zur Spende, die die Familie erbeten hat. Dann gehört ein Vermerk dazu: „für Blumenschmuck“ oder „für die Spende an das Hospiz“. Ohne Bitte in der Anzeige ist Geld nicht nötig.
Wann und wie Sie die Trauerkarte übergeben
Die Karte geht in den ersten Tagen nach der Nachricht per Post an die Trauernden oder wird bei der Trauerfeier abgegeben; dort steht meist ein Korb oder ein Tisch am Eingang, oder der Bestatter nimmt sie entgegen. Am Grab drückt man die Hand und sagt einen Satz, die Karte gibt man nicht in die Hand. Was man in diesem Moment sagt, lesen Sie unter Beileid aussprechen.
Auch Wochen später ist eine Karte willkommen: Die Zeit nach der Trauerfeier ist für viele Angehörige die stillste, und eine späte Karte zeigt, dass jemand noch denkt. Die Familie antwortet darauf oft mit der Danksagung; wie die aussieht, zeigt Danksagung nach der Trauerfeier. Und wer über die Karte hinaus gebeten wird, bei der Trauerfeier zu sprechen, findet unter Rede erstellen einen Weg, aus wenigen Erinnerungen eine persönliche Rede zu machen.
Erst lesen, dann entscheiden. Einmalig 29 €, kein Abo.
Häufige Fragen
Was schreibt man in eine Trauerkarte, wenn man den Verstorbenen nicht kannte?
Dann schreiben Sie über den Trauernden: dass Sie an ihn denken, dass Sie wissen, wie viel der Mensch ihm bedeutet hat, und ein konkretes Angebot. Eine erfundene Erinnerung merkt jeder.
Wie lang sollte eine Trauerkarte sein?
Vier bis sechs Sätze. Ein Spruch, ein Satz Anteilnahme, ein Satz Erinnerung, ein Angebot, ein Gruß. Länger wird es ein Brief.
Was schreibt man auf den Umschlag einer Trauerkarte?
Die Anschrift der Trauernden, etwa „Familie Krause“ oder den Namen aus der Traueranzeige; bei einer Traueranschrift den Namen der Familie mit dem Zusatz „über Bestattungshaus …“. Den Absender hinten, damit die Familie die Karte zuordnen kann.
Legt man Geld in die Trauerkarte?
Nur, wenn die Familie in der Anzeige um Spenden gebeten hat oder es in Ihrer Region üblich ist, mit einem Vermerk wie „für Blumenschmuck“. Ohne Bitte ist Geld nicht nötig.
Trauerkarte per Post oder bei der Trauerfeier abgeben?
Beides ist üblich. Per Post in den ersten Tagen, bei der Feier am Eingang oder beim Bestatter. Nicht am Grab in die Hand drücken.
Darf die Trauerkarte gedruckt sein?
Der Spruch darf gedruckt sein, die persönlichen Zeilen und die Unterschrift gehören von Hand. Zwei handschriftliche Sätze reichen.