Was Fürbitten sind und wann sie gesprochen werden
Fürbitten sind Bitten an Gott für andere: für den Verstorbenen, für die Trauernden, für alle, die geholfen haben. In der Trauerfeier stehen sie nach der Predigt oder Ansprache, vor dem Vaterunser. Der Pfarrer leitet sie ein, Angehörige sprechen die einzelnen Bitten, und nach jeder antwortet die Gemeinde mit einem festen Ruf: „Wir bitten dich, erhöre uns“ ist die häufigste Form.
Für viele Familien sind die Fürbitten die einzige Stelle, an der sie selbst sprechen, ohne eine ganze Rede halten zu müssen. Vier bis sechs Bitten, jede zwei bis drei Sätze, von zwei oder drei verschiedenen Sprechern, das ist der übliche Rahmen. Wo die Fürbitten im Ganzen der Feier stehen, zeigt Ablauf einer Trauerfeier.
Aufbau einer Fürbitte: Anrede, Bitte, Ruf
Jede Fürbitte folgt demselben Muster, und das macht sie leicht zu schreiben:
- Anrede: „Gott“, „Herr“, „Guter Gott“, „Herr Jesus Christus“, je nach Gemeinde und Gewohnheit der Familie.
- Für wen: „Wir bitten für unsere Mutter …“, „Für alle, die um ihn trauern …“
- Die Bitte: ein Satz, konkret: „Nimm sie auf in deinen Frieden.“ „Gib ihnen Kraft für die nächsten Wochen.“
- Der Ruf der Gemeinde: „Wir bitten dich, erhöre uns.“ Der Sprecher sagt vorher: „Christus, höre uns“ oder das, was der Pfarrer vorgibt.
Schreiben Sie die Bitten in eigenen Worten. Sie müssen nicht feierlich klingen; sie müssen wahr sein. Der Pfarrer liest sie vorher gern gegen und sagt, welcher Ruf in seiner Gemeinde üblich ist.
Zehn Fragen, etwa 8 Minuten. Die Vorschau ist kostenlos.
Fürbitten zur Beerdigung: zwölf Beispiele
Alle Fürbitten sind eigene Texte und dürfen übernommen und angepasst werden. Der Ruf der Gemeinde ist jeweils weggelassen.
Für den Verstorbenen
Guter Gott, wir bitten für [Name], die wir heute aus unserer Mitte verabschieden. Nimm sie auf in deinen Frieden und lass sie finden, was sie ihr Leben lang gesucht hat: Ruhe, Geborgenheit, ein Zuhause bei dir.
Herr, [Name] hat viel gearbeitet und wenig um sich selbst gebeten. Wir bitten heute für ihn: Lass ihn ausruhen, und lass ihn wissen, dass er genug getan hat.
Für die Familie
Gott, wir bitten für [Name], die einen Mann verloren hat, mit dem sie [Zahl] Jahre gelebt hat. Sei bei ihr in den leeren Stunden, und schick ihr Menschen, die bleiben.
Herr, wir bitten für die Kinder und Enkel. Sie haben einen Vater und Opa verloren, der ihnen Halt gegeben hat. Gib ihnen von diesem Halt, wenn sie ihn jetzt selbst brauchen.
Für Pflegende und Ärzte
Gott, wir bitten für alle, die [Name] in ihrer Krankheit gepflegt und begleitet haben, im Krankenhaus, im Hospiz und zu Hause. Gib ihnen Kraft für die vielen, die noch nach ihr kommen, und lass sie spüren, wie dankbar wir sind.
Für alle Trauernden
Herr, wir bitten für alle, die heute hier sind und um [Name] trauern: Nachbarn, Freunde, Kollegen, Weggefährten. Lass sie ihre Trauer teilen und einander tragen, in den nächsten Tagen und darüber hinaus.
Gott, wir bitten für die, die nicht hier sein können, weil sie zu weit weg sind oder selbst krank. Lass sie wissen, dass sie zu uns gehören, auch wenn ihr Platz heute leer bleibt.
Für die Gemeinde und für alle Verstorbenen
Herr, wir bitten für alle Menschen dieser Gemeinde, die in diesem Jahr einen lieben Menschen verloren haben. Tröste sie, wie wir heute getröstet werden.
Gott, wir bitten für alle, die einsam sterben, ohne jemanden, der ihre Hand hält. Sei du bei ihnen, und lass uns nicht wegsehen.
Für Frieden und Zuversicht
Herr, wir bitten um Frieden: in unseren Familien, in unserem Ort, in der Welt. [Name] hat ihn sich gewünscht, bis zuletzt. Lass uns weitermachen, wo er aufgehört hat.
Gott, wir bitten für uns selbst. Lass uns aus diesem Abschied lernen, wie kurz die Zeit ist, und wie kostbar jeder Tag mit den Menschen, die wir noch haben.
Herr, wir bitten dich um Zuversicht: dass der Tod nicht das letzte Wort hat, dass Liebe bleibt, und dass wir uns wiedersehen. Das hat [Name] geglaubt. Hilf uns, es auch zu glauben.
Fürbitten für die Mutter, den Vater, Oma und Opa
Persönliche Fürbitten nennen etwas, das den Menschen ausgemacht hat. Ein Detail genügt.
Für die Mutter: Guter Gott, unsere Mutter hat ihr Leben lang die Tür offen gehalten, für uns und für jeden, der kam. Wir bitten dich: Halte jetzt du ihr die Tür auf.
Für den Vater: Herr, unser Vater konnte alles reparieren, nur nicht die Zeit. Wir bitten dich für ihn: Gib ihm die Ruhe, die er sich selbst nie gegönnt hat.
Für die Oma: Gott, unsere Oma hat für jeden von uns gebetet, jeden Abend, mit Namen. Heute beten wir für sie. Nimm sie auf und lass sie hören, dass wir es gelernt haben.
Für den Opa: Herr, unser Opa hat uns gezeigt, wie man geduldig ist: beim Angeln, beim Warten, beim Zuhören. Wir bitten dich: Sei geduldig mit uns, wenn wir jetzt ohne ihn üben müssen.
Wer außer den Fürbitten auch die Trauerrede für die Mutter oder den Vater hält, findet Beispiele unter Trauerrede für die Mutter und Trauerrede für den Vater.
Wer spricht die Fürbitten, evangelisch und katholisch
Die Fürbitten sprechen in der Regel Angehörige: Kinder, Enkel, Geschwister, enge Freunde. Zwei bis vier Sprecher sind üblich; jeder liest eine oder zwei Bitten vom Blatt, am Ambo oder vom Platz aus mit Mikrofon. Kinder ab dem Schulalter können eine Bitte übernehmen, wenn sie es möchten, und oft ist das für alle der bewegendste Moment.
In der evangelischen Feier stehen die Fürbitten nach der Predigt und münden ins Vaterunser; der Ruf ist meist „Wir bitten dich, erhöre uns“ oder ein gesungener Kehrvers. In der katholischen Feier gehören sie zum Requiem oder zur Wort-Gottes-Feier, ebenfalls nach der Predigt; der Vorbeter sagt „Christus, höre uns“ oder „Wir bitten dich, erhöre uns“, der Pfarrer schließt mit einem Gebet. Die Unterschiede sind klein; entscheidend ist, dass Sie die Texte dem Pfarrer vorher geben.
Wer sich das Sprechen vor der Gemeinde nicht zutraut, gibt die Bitten dem Pfarrer oder Trauerredner mit; Hinweise für alle, die doch selbst sprechen, stehen unter Trauerrede halten. Weitere kurze Texte für die Feier finden Sie unter besinnliche Texte für die Trauerfeier; und wer eine ganze Rede aus seinen Erinnerungen entwickeln möchte, kann das unter Rede erstellen tun.
Erst lesen, dann entscheiden. Einmalig 29 €, kein Abo.
Häufige Fragen
Wie viele Fürbitten sind bei einer Beerdigung üblich?
Vier bis sechs, jede zwei bis drei Sätze. Mehr macht den Teil lang, weniger wirkt knapp. Zwei bis vier Sprecher teilen sie sich.
Wer darf Fürbitten sprechen?
Jeder Angehörige oder Freund, auch Kinder ab dem Schulalter. Sprechen Sie mit dem Pfarrer ab, wer liest und wo.
Muss ich die Fürbitten dem Pfarrer vorher geben?
Ja, am besten ein bis zwei Tage vor der Feier. Er stimmt den Ruf der Gemeinde ab und bindet die Bitten in den Ablauf ein.
Gibt es Fürbitten auch in einer freien Trauerfeier?
Nicht als Gebet, aber als „Wünsche“ oder „Gedanken“ der Angehörigen an derselben Stelle. Der Aufbau bleibt gleich, nur ohne Anrede an Gott und ohne Ruf der Gemeinde.
Was antwortet die Gemeinde auf eine Fürbitte?
Meist „Wir bitten dich, erhöre uns“. Der Sprecher sagt davor „Christus, höre uns“ oder das, was der Pfarrer vorgibt. In manchen Gemeinden wird ein kurzer Kehrvers gesungen.